Am Abend des 5. Mai 2025 versammelten sich rund 750 geladene Gäste aus Politik, Militär und Gesellschaft auf dem Ehrenhof des Bundesministeriums der Verteidigung im Berliner Bendlerblock. Fackelschein erhellte den Paradeplatz, ein Musikkorps stand bereit, und im Zentrum des Geschehens stand ein Mann, der wenige Stunden später sein Amt als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland niederlegen sollte: Olaf Scholz. Der Große Zapfenstreich für Olaf Scholz war weit mehr als eine militärische Formalität. Er war der symbolische Schlusspunkt einer Kanzlerschaft, die von der Zeitenwende, dem Krieg in der Ukraine und tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war. In diesem Artikel werfen wir einen ausführlichen Blick auf die Geschichte, den Ablauf und die Bedeutung dieser Zeremonie sowie auf die konkreten Details des Abschieds von Olaf Scholz.
Was ist der Große Zapfenstreich überhaupt?
Der Große Zapfenstreich gilt als das höchste und zugleich feierlichste Zeremoniell, das die Bundeswehr zu vergeben hat. Er wird nicht bei jeder Gelegenheit ausgeführt, sondern ausschließlich bei besonders bedeutsamen Anlässen: bei Staatsjubiläen, bei der Verabschiedung verdienter Amtsträgerinnen und Amtsträger aus dem aktiven Dienst oder eben beim Ende einer Kanzlerschaft. Geehrt werden mit diesem Zeremoniell traditionell Bundespräsidentinnen und Bundespräsidenten, Bundesverteidigungsministerinnen und -minister, hochrangige Generale und Admirale der Bundeswehr sowie Bundeskanzlerinnen und Bundeskanzler zum Ende ihrer Amtszeit. Die Zeremonie verbindet militärische Tradition mit einem hohen Maß an persönlicher Symbolik, da die zu ehrende Person selbst über einen zentralen musikalischen Bestandteil des Abends mitentscheiden darf.
Die Wurzeln dieses Brauchs reichen weit in die deutsche Geschichte zurück. Ursprünglich diente der einfache Zapfenstreich als militärisches Signal, mit dem Soldaten zur Nachtruhe gerufen wurden – der Name selbst leitet sich von der Praxis ab, den Zapfen eines Bierfasses zuzuschlagen, um das Ende des Ausschanks anzuzeigen. Aus diesem praktischen Signal entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte ein feierliches Ritual. Bereits 1813 ordnete König Friedrich Wilhelm III. von Preußen während der Befreiungskriege an, dem Zapfenstreich ein kurzes Abendgebet folgen zu lassen. In seiner heutigen, aufwendig choreografierten Form als musikalischer Aufmarsch wurde der Große Zapfenstreich erstmals am 12. Mai 1838 in Berlin aufgeführt – damals zum Abschluss eines Konzerts zu Ehren des russischen Zaren. Seit 1922 endet die Zeremonie traditionell mit der deutschen Nationalhymne.
Der Ablauf der Zeremonie im Detail
Wer den Großen Zapfenstreich zum ersten Mal miterlebt, spürt sofort, dass es sich um ein sorgfältig strukturiertes Ritual mit festen Regeln handelt. Der Ablauf gliedert sich in mehrere klar definierte Abschnitte, die sich seit Generationen kaum verändert haben.
Zunächst marschieren die beteiligten Soldatinnen und Soldaten unter den Klängen des sogenannten Yorckschen Marsches auf. Dieser Marsch, benannt nach dem preußischen General Johann David Ludwig Yorck von Wartenburg, markiert den offiziellen Beginn der Zeremonie und sorgt für eine feierliche, fast ehrfürchtige Stimmung unter den Anwesenden. Nach dem Ausrichten der Formation erfolgt eine förmliche Meldung an die zu ehrende Persönlichkeit – im Fall von Olaf Scholz meldete der Kommandant mit den Worten: „Herr Bundeskanzler, großer Zapfenstreich zu Ihren Ehren angetreten.“
Im Anschluss folgt der zweite und für Außenstehende oft bewegendste Teil der Zeremonie: die Serenade. Hierbei handelt es sich um eine Abfolge von drei Musikstücken, die die geehrte Person persönlich auswählen darf. Diese Musikwahl gilt seit jeher als kleines Fenster in die Persönlichkeit der scheidenden Amtsträger, denn anders als bei den übrigen, streng festgelegten Programmpunkten des Zapfenstreichs haben die Geehrten hier tatsächlich freie Hand.
Der dritte und letzte Teil ist der eigentliche Zapfenstreich mit seiner festgelegten, historisch überlieferten Musikfolge. Es folgen das traditionelle Gebet sowie schließlich die deutsche Nationalhymne, mit der das Zeremoniell seit 1922 stets endet. Den Abschluss bilden die Abmeldung sowie der Ausmarsch der beteiligten Soldatinnen und Soldaten. Ausgeführt wird der Große Zapfenstreich stets von einem Musikkorps gemeinsam mit einem Spielmannszug, begleitet von zwei Ehrenzügen sowie zahlreichen Fackelträgern, die dem Abend seine charakteristische, fast mystische Atmosphäre verleihen. Die Kommandos für den Ablauf gibt ein Truppenoffizier im Rang mindestens eines Majors. Findet die Zeremonie – wie im Fall von Olaf Scholz – in Berlin statt, sind es traditionell das Wachbataillon sowie das Stabsmusikkorps der Bundeswehr, die den Ablauf gestalten.
Der Große Zapfenstreich für Olaf Scholz: Ort, Zeit und Rahmen
Die Bundeswehr verabschiedete den scheidenden Bundeskanzler Olaf Scholz mit einem Großen Zapfenstreich am 5. Mai 2025 im Berliner Bendlerblock, wodurch ihm die höchste Würdigung der deutschen Streitkräfte zuteilwurde. Der Bendlerblock, der Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung, bot dabei einen historisch aufgeladenen Rahmen für den Abschied. Die Festrede hielt an diesem Abend Verteidigungsminister Boris Pistorius, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Ehrengast des höchsten militärischen Zeremoniells anwesend war.
Neben Minister Pistorius und dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, nahmen insgesamt rund 750 geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft an der Zeremonie teil. Unter ihnen befanden sich hochrangige Vertreterinnen und Vertreter des politischen Berlins, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger sowie der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz, der Scholz nur einen Tag später im Amt nachfolgen sollte. Die Gäste verfolgten die Zeremonie am Abend im feierlichen Fackelschein von einem Podest aus, das auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums errichtet worden war.
Bemerkenswert ist auch der zeitliche Kontext dieses Abschieds. Wie die taz treffend beschrieb, wurde an jenem Montagabend ein Mann verabschiedet, der zu diesem Zeitpunkt noch für wenige Stunden im Amt war – am darauffolgenden Tag stand die Wahl seines Nachfolgers im Bundestag an. Diese unmittelbare zeitliche Nähe zwischen Abschied und Machtwechsel verlieh dem Abend eine besondere Dringlichkeit und Symbolik, die den demokratischen Grundgedanken eines geordneten, friedlichen Machtübergangs eindrucksvoll unterstrich.
Die Rede von Verteidigungsminister Boris Pistorius
Ein zentraler Bestandteil des Abends war die Rede von Verteidigungsminister Boris Pistorius, der Olaf Scholz mit persönlichen und zugleich politisch bedeutsamen Worten würdigte. Der Minister betonte in seiner Ansprache, dass Scholz ein Bundeskanzler in stürmischen, schweren Zeiten gewesen sei. Diese Einschätzung bezog sich insbesondere auf die dramatischen weltpolitischen Ereignisse, die die Amtszeit des Kanzlers prägten.
Pistorius erinnerte daran, dass Scholz nach dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 mit schweren Entscheidungen habe ringen müssen, diese jedoch stets mit Weitsicht und zum Wohle Deutschlands getroffen habe. Besondere Erwähnung fand dabei die historische Rede, die Scholz nur drei Tage nach Kriegsbeginn im Deutschen Bundestag hielt. Mit seiner Rede am 27. Februar 2022 sei das Wort „Zeitenwende“ zu neuem Vokabular für den Bundestag, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die internationale Gemeinschaft geworden. Pistorius bezeichnete diesen Moment als einen echten Paradigmenwechsel in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik – eine Einschätzung, die weit über tagespolitische Betrachtungen hinausgeht und die historische Tragweite jener Rede unterstreicht.
Darüber hinaus machte der Verteidigungsminister deutlich, dass der Große Zapfenstreich weit mehr sei als ein bloßes traditionelles militärisches Ritual zu Ehren des scheidenden Kanzlers. Vielmehr verstand Pistorius die Zeremonie als sichtbaren Ausdruck von Respekt, Dank und Anerkennung für den geleisteten Dienst am Land – eine Botschaft, die dem gesamten Abend seinen tieferen Sinn verlieh.
Die Abschiedsrede von Olaf Scholz
Auch Olaf Scholz selbst ergriff an diesem Abend das Wort, und seine Rede wurde vielfach als persönlich, nachdenklich und von echter Dankbarkeit geprägt wahrgenommen. In seiner Rede beim Großen Zapfenstreich betonte er eine „tiefe Dankbarkeit“ gegenüber seinen Weggefährten, den Soldatinnen und Soldaten sowie dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, und erklärte, dass Zusammenhalt Deutschland Kraft gebe.
Besonders eindrücklich war ein Satz, mit dem Scholz seine gesamte Amtszeit gewissermaßen zusammenfasste: „Diesem Deutschland als sein Bundeskanzler zu dienen, das war und das bleibt die Ehre meines Lebens“, sagte Scholz und beschrieb, dass er im Moment des Abschieds vom Amt „tiefe Dankbarkeit“ empfinde, geprägt vom Rückblick auf Erreichtes.Er machte zudem deutlich, dass es für ihn stets die zentrale Triebfeder seines politischen Engagements gewesen sei, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zu verdienen.
Bemerkenswert war auch, wie offen und persönlich der sonst eher zurückhaltend wirkende Scholz an diesem Abend sprach. In der Übertragung seiner Rede findet sich der bemerkenswerte Satz: „Ich habe diese große Verantwortung immer gern getragen und spreche das auch deshalb aus, weil man das einem Norddeutschen wie mir vielleicht nicht immer gleich im Gesicht ablesen kann.“ Diese selbstironische Bemerkung sorgte bei vielen Gästen für ein wohlwollendes Lächeln und zeigte eine menschliche Seite des scheidenden Kanzlers, die im politischen Alltag oft hinter der protokollarischen Fassade verborgen bleibt.
Scholz nutzte den Abend zudem, um seinem designierten Nachfolger Friedrich Merz, der unter den Gästen saß, aufrichtige Glückwünsche mit auf den Weg zu geben: „Sehr geehrter Herr Merz, für alle Aufgaben und Herausforderungen, die künftig vor Ihnen und Ihrer Regierung liegen, wünsche ich Ihnen viel Erfolg, Fortune und eine glückliche Hand!“ Er fügte hinzu, dass er ihm auch für schwere Stunden Begegnungen wünsche, aus denen er Kraft und Zuversicht schöpfen könne – Begegnungen, wie Scholz selbst sie während seiner Amtszeit immer wieder mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern erlebt habe.
In seiner Rede blickte Scholz zudem auf den bevorstehenden Regierungswechsel und ordnete diesen bewusst in einen größeren demokratischen Kontext ein. Er erinnerte daran, dass in einer Demokratie Ämter grundsätzlich nur auf Zeit verliehen würden und der anstehende Wechsel deshalb Ausdruck demokratischer Normalität sei, der sich zivilisiert, kollegial und anständig vollziehe. Auch richtete er den Blick noch einmal auf die Bundeswehr selbst und zeigte sich beeindruckt von jenen Soldatinnen und Soldaten, die ihm im persönlichen Gespräch ihre Entschlossenheit vermittelt hätten, das Land im Ernstfall zu verteidigen.
Die Musikwahl: Drei Lieder, die viel über Olaf Scholz aussagen
Einer der emotionalsten und zugleich am meisten diskutierten Momente des Abends war zweifellos die persönliche Musikauswahl des scheidenden Kanzlers. Die drei Lieder, die das Heeresmusikkorps auf ausdrücklichen Wunsch von Olaf Scholz spielte, waren der Beatles-Song „In My Life“, ein Auszug aus Johann Sebastian Bachs Zweitem Brandenburgischem Konzert sowie der Titel „Respect“ von Aretha Franklin.
Diese Auswahl wurde in den Medien vielfach als aufschlussreich interpretiert. „In My Life“, ein zutiefst persönliches Liebeslied der Beatles über Erinnerung, Dankbarkeit und das Zurückblicken auf ein erfülltes Leben, wurde von den Musikern als Blasmusikarrangement vorgetragen und passte thematisch bemerkenswert gut zum wehmütigen Charakter des Abends. Bachs Zweites Brandenburgisches Konzert wiederum steht für Klassik, Struktur und eine gewisse norddeutsche Bodenständigkeit – Eigenschaften, die häufig mit dem Politikstil von Scholz in Verbindung gebracht wurden. Der dritte Titel, „Respect“ von Aretha Franklin, wurde von vielen Beobachtern als kleine, augenzwinkernde Botschaft an Kritiker und politische Weggefährten gleichermaßen gedeutet – ein Lied, das für Selbstbewusstsein, Würde und den Anspruch auf Anerkennung steht.
Interessant ist dabei auch der Vergleich zur Verabschiedung von Scholz’ Amtsvorgängerin Angela Merkel. Als sie am 2. Dezember 2021 als Bundeskanzlerin mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet wurde, herrschten winterliche Temperaturen um den Gefrierpunkt, während der Abend für Scholz immerhin bei milderen Plusgraden stattfand. Auch Merkel hatte sich, trotz ihrer 16-jährigen Amtszeit, auf drei Musikstücke beschränkt – eine Tradition, die Scholz fortführte und die zeigt, wie sehr dieses Ritual auf Kontinuität und Gleichbehandlung aller Amtsträger ausgelegt ist, unabhängig davon, wie lange jemand im Amt war.
Der feierliche Ausklang des Abends
Gegen 22:04 Uhr erklang schließlich die deutsche Nationalhymne, mit der der Große Zapfenstreich traditionsgemäß endet. Der Kommandant salutierte ein letztes Mal vor dem scheidenden Kanzler und meldete formell: „Herr Bundeskanzler, ich melde den Großen Zapfenstreich ab.“ Olaf Scholz verbeugte sich daraufhin mehrfach vor der Tribüne mit den geladenen Gästen, bevor er gemeinsam mit seiner Ehefrau Britta Ernst unter dem Beifall der anwesenden Würdenträger in die wartende Limousine stieg. Zum Ausklang der Veranstaltung verabschiedeten sich der scheidende Bundeskanzler und seine Ehefrau unter dem Beifall der hochrangigen Gäste, während der Große Zapfenstreich für die breite Öffentlichkeit im Fernsehen live übertragen und in den sozialen Medien begleitet wurde.
Nur einen Tag später, am 6. Mai 2025, wählte der Deutsche Bundestag Friedrich Merz zum zehnten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland – wenn auch erst im zweiten Wahlgang, nachdem er die notwendige Mehrheit im ersten Anlauf verfehlt hatte. Damit war der symbolische Abschied vom Vorabend nur wenige Stunden später auch politische Realität geworden, und ein neues Kapitel der deutschen Regierungsgeschichte begann.
Warum der Große Zapfenstreich für Olaf Scholz historisch bedeutsam war
Der Abschied von Olaf Scholz mit dem Großen Zapfenstreich markiert weit mehr als das Ende einer einzelnen Kanzlerschaft. Er steht symbolisch für eine der herausforderndsten Phasen der jüngeren deutschen Geschichte. Scholz übernahm das Kanzleramt im Dezember 2021 in einer Zeit relativer außenpolitischer Stabilität, sah sich jedoch bereits wenige Wochen später mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine konfrontiert – einem Ereignis, das die deutsche und europäische Sicherheitspolitik grundlegend veränderte. Seine „Zeitenwende“-Rede vom 27. Februar 2022 gilt inzwischen vielen als eine der prägendsten Reden eines deutschen Regierungschefs der Nachkriegszeit.
Der Große Zapfenstreich würdigte damit nicht nur eine Person, sondern auch eine Epoche voller Krisen, Entscheidungen und tiefgreifender Umbrüche – von der Energiekrise über die Neuausrichtung der deutschen Verteidigungspolitik bis hin zu innenpolitischen Spannungen, die letztlich zum vorzeitigen Ende der Ampel-Koalition und zu Neuwahlen führten. Dass Scholz in seiner Abschiedsrede selbst betonte, der bevorstehende Wechsel sei Ausdruck „demokratischer Normalität“, unterstreicht zusätzlich die staatspolitische Bedeutung dieses Abends: Er stand nicht nur für den Abschied eines einzelnen Politikers, sondern auch für die Funktionsfähigkeit und Stabilität der deutschen Demokratie insgesamt.
FAQs
Wann fand der Große Zapfenstreich für Olaf Scholz statt?
Der Große Zapfenstreich zu Ehren von Olaf Scholz fand am Abend des 5. Mai 2025 statt, dem letzten vollen Tag seiner Amtszeit als Bundeskanzler.
Wo wurde die Zeremonie abgehalten?
Die Zeremonie fand auf dem Ehrenhof beziehungsweise dem Paradeplatz des Bundesministeriums der Verteidigung im Berliner Bendlerblock statt.
Wer hielt die Festrede beim Großen Zapfenstreich für Scholz?
Die Festrede hielt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Olaf Scholz selbst hielt im Anschluss ebenfalls eine persönliche Abschiedsrede.
Welche Musikstücke wählte Olaf Scholz für seine Serenade?
Scholz wählte drei Stücke: den Beatles-Song „In My Life“, einen Auszug aus Johann Sebastian Bachs Zweitem Brandenburgischem Konzert sowie „Respect“ von Aretha Franklin.
Wer war als Ehrengast anwesend?
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm als Ehrengast der Zeremonie teil. Zudem waren rund 750 geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft anwesend, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger und der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz.
Was genau ist der Große Zapfenstreich?
Der Großer Zapfenstreich Olaf Scholz ist das höchste und feierlichste militärische Zeremoniell der Bundeswehr. Er wird zu besonderen Anlässen ausgeführt, etwa bei der Verabschiedung von Bundespräsidenten, Verteidigungsministern, hohen Generalen und Bundeskanzlern zum Ende ihrer Amtszeit.
Wer wählte Olaf Scholz als Bundeskanzler nach?
Am 6. Mai 2025 wählte der Bundestag Friedrich Merz im zweiten Wahlgang zum zehnten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Gab es auch bei Angela Merkel einen Großen Zapfenstreich?
Ja. Angela Merkel wurde am 2. Dezember 2021 ebenfalls mit einem Großen Zapfenstreich aus ihrem Amt als Bundeskanzlerin verabschiedet.
Fazit
Der Großer Zapfenstreich Olaf Scholz am 5. Mai 2025 im Berliner Bendlerblock war weit mehr als eine formale militärische Tradition – er war ein bewegender, symbolisch aufgeladener Schlusspunkt einer Kanzlerschaft, die von historischen Zäsuren wie der Zeitenwende geprägt war. Zwischen Fackelschein, feierlicher Musik und den Reden von Boris Pistorius und Olaf Scholz selbst spiegelte der Abend sowohl die militärische Tradition Deutschlands als auch den tiefen demokratischen Grundgedanken eines geordneten, respektvollen Machtübergangs wider. Die persönliche Musikwahl von Scholz, verbunden mit seinen nachdenklichen Worten über Dankbarkeit, Verantwortung und Zusammenhalt, machte diesen Zapfenstreich zu einem der emotionalsten Momente der jüngeren deutschen Politikgeschichte. Nur einen Tag später übernahm mit Friedrich Merz ein neuer Bundeskanzler das Amt – ein Wechsel, der zeigt, wie eng in Deutschland Tradition, Symbolik und demokratische Erneuerung miteinander verwoben sind.

